Das Zubehör für die BOS-Funktechnik ist so umfangreich und vielfältig, wie auch die besonderen Anforderungen der einzelnen Teilnehmer unterschiedlich sind.
Daher wird es wohl nie eine vollständige Auflistung aller Zubehörkomponenten geben. Hier werde ich versuchen, die gängigsten Teile oder meines Erachtens besonders ausgefallene Stücke, die mir auffielen, zu beschreiben.
Handapparate
Bedienpult
Gabelteile
Funkvermittlung VG 468
Überleiteinrichtung
Relaisstellenzusatz
FuG 7b Relaiszusatz 2
Prüfgeräte
Netzteil
Tragekoffer
Selektivrufauswerter SRA 213
Die ältesten Handapparate für BOS-Funkgeräte waren noch komplett aus Metall gefertigt. Hier die Abbildung eines Handapparates, wie er am Siemens Funk 546 K 314 angebracht ist. Mit der 2. Taste auf dem Rücken des Handapparates wurde bei diesem Gerät der Tonruf ausgelöst.


Der Ackermann-Höher Funk 60 ist der typische Höher der 60er und 70er Jahre. Die schwere und robuste Ausführung ist praktisch nicht klein zu bekommen und heute noch vielfach im Einsatz.

Der Ackermann-Höher Funk 70 kam in den 70er Jahren auf den Markt. Er war deutlich leichter als der schwere Funk 60 und durch seine leicht eckige Form optisch recht ansprechend. Leider war er nicht so stabil und neigte leicht dazu, durchzubrechen. Auch die Halterung war hier anfällig. Daher ist er heute recht selten in einem einwandfreien Zustand zu finden.

Der Ackermann-Höher Funk 75 kam Mitte der 70er Jahren auf den Markt. Er wurde aufgrund seiner flachen Form und der leichten Ausführung schnell sehr beliebt und wird in abgewandelter Form auch heute noch vielfach gebaut.

Nach einer Preisliste der Firma Albert Ackermann aus dem Jahre 1977 kosteten die Handapparate mit Auflage, jedoch ohne Hör- und Sprechkapseln und ohne Funkgerätestecker netto (ohne Mehrwertsteuer)
Funk 60 = 151,40 DM
Funk 70 = 137,30 DM
Funk 75 = 159,30 DM
Hier ein Handmikrofon Typ HM-57. Es wurde auch vereinzelt eingesetzt. Ich kann mich sehr gut an einen leitenden Mitarbeiter einer Kreisverwaltung erinnern, der dieses Teil immer nutzte (Eigentlich brauchte er kein Funkgerät, seine Stimme überbrückte normalerweise auch schon größere Entfernungen).

Hier die Abbildung eines FMS-Hörers Typ HA 222 der Firma Radiodata.

Für Handfunkgeräte gibt es natürlich eine umfangreiche Palette an Bedienteilen. Diese alle hier darzustellen würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen. Interessant sind vielleicht die Bedienteile für verdeckte Trageweise, mit denen man normalerweise nicht in Berührung kommt.
Hier eine Lautsprecher-Mikrofon-Kombination, wie sie Ende der 50er Jahre auf Polizei-Motorrädern Verwendung fand.





Hier ein Bedienpult für zwei Funkverkehrskreise, das mit einem FMS-Kennungsgeber ausgestattet ist und bei einer kleineren Polizeiwache im Einsatz war. Es wurde ca. Anfang / Mitte der 70er Jahre in geringen Stückzahlen von der Firma Ölmann hergestellt. Das Geräte gab es auch in einer Ausführung für 4 Funkverkehrskreise.

Für die Überleitung von Telefongesprächen in das Funknetz bzw. die Schaltung von RS-2 und RS-3 Relais wurden sogenannte Gabelteile bzw. Funkgabeln entwickelt. Sie gehörten zur Standard-Ausrüstung der Fernmeldezüge.
Die folgende Abbildung zeigt eine Feldfunkgabel für das FuG 7.

Die folgende Abbildung zeigt ein Gabelteil für das SEM 27 von SEL.

Das abgebildete Gabelteil ist für das FuG 7b / FuG 9. Mit zwei Gabelteilen und zwei Funkgeräten ließ sich eine große Relaisstelle aufbauen, bei der 2 Funkverkehrskreise zusammen geschaltet werden konnten. Die Anschlussbelegung ist hier dargestellt.

Hier eine Funkvermittlung von Telefunken, wie sie in den 50er Jahren gebaut wurde. Interessant an dieser Ausführung ist, das sie noch mit Klappen ausgestattet ist.

Die Funkvermittlung von Telefunken ist eine Handvermittlungseinrichtung für insgesamt zehn Anschlüsse; acht davon für OB-Fernsprecher und zwei für ZB-Netze. Zwei der OB-Anschlüsse sind für die Überleitung über die Feldfunkgabeln in die Funksprechnetze frei wählbar.
Anrufe werden akustisch von einem Summer gemeldet und Fallklappen zeigen an, über welche Leitung gerufen wird. Ein Kurbelinduktor erzeugt den Rufstrom für die OB-Netze, während ein üblicher Nummernschalter (Wählscheibe) für Anrufe in die ZB-Leitungen vorgesehen ist. In jeder Leitung liegt ein Abfrageschalter, über den die Verbindung mit dem zur Funkvermittlung gehörenden Handsprechhörer hergestellt wird.
Vermittelt wird mit Kippschaltern; insgesamt können vier verschiedene Verbindungen und unter den OB-Teilnehmern wahlweise Konferenzgespräche mit bis zu acht Teilnahmern einschließlich der Funkteilnehmer hergestellt werden. Amts- (ZB-)Verbindungen können mit den Wartetasten festgehalten werden.
Zwei Flackertasten (Erden der B-Ader) lassen beim Drücken in der ZB-Zentrale Lämpchen aufflackern; damit kann sich der Vermittelnde – beispielsweise während langer Wartezeiten – bemerkbar machen. Eine ZB-Leitung kann weiter vermittelt werden, auch in die Funknetze.
Anrufsummer und Mikrofon werden aus eingebauten Batterien betrieben.
Die Funkvermittlung hat die Abmessungen 475 x 270 x 205 mm. Sie wiegt 14,2 kg. Die Anschlüsse sind an der Rückseite angeordnet. Im GET (Gerätetisch) wird die Funkvermittlung wie ein Einschub eingebaut.
Der zuletzt gebaute Typ der Funkvermittlung besaß Leuchtdioden und unterschied sich durch die verbaute Elektronik im inneren deutlich von den Vorgängerversionen.

Bei der Berufsfeuerwehr Köln war das unten abgebildete Telefon eingesetzt. Es war wohl als Überleitplatz in der Leitstelle in Betrieb. Es hat auf der Unterseite einen Stempel „BUND ZS“. Hergestellt wurde es von TN.
Aufgrund des Eigentümerstempels „Bund ZS“ gehe ich davon aus, das es sich um ein Gerät für die früheren Fernmeldehauptzentralen gehandelt hat. Aufgabe dieses Telefons war wohl die Verbindung zwischen dem öffentlichen Telefonnetz und OB/ZB-Netzen. Leider fehlen mir sämtliche weiteren Informationen zu dem Gerät.

Mit Hilfe des Relaisstellenzusatzes erfolgte die Auswertung des Tonrufes bzw. die NF-Steuerung bei Relaisbetrieb.
Die Abbildung zeigt ein solches Gerät, das zwar bei einer Bundeseinheit eingesetzt war, aber nicht vom Bund beschafft wurde.

Mit Hilfe des Relaiszusatzes 2 konnte eine „große“ Relaisstelle aufgebaut werden, die zwei Funkverkehrskreise zusammenschaltete. Hierfür waren für jeden Funkverkehrskreis ein FuG 7b bzw. FuG 9 erforderlich.
Die Abbildung zeigt ein solches Gerät. Da die Buchsen für den Handapparat an den Funkgeräten durch den Relaiszusatz belegt waren, konnte ein Handapparat direkt am Relaiszusatz angeschlossen werden.

Aufgrund der Technik bei den Röhrenfunkgeräten mußten häufiger die verbrauchten Röhren im Einsatz gewechselt werden. Da anschließend das Gerät neu abgeglichen werden mußte, waren entsprechende Prüfgeräte erforderlich. Diese Prüfgeräte wurden durch die Fernmeldeeinheiten bereitgehalten. So gab es für die unterschiedlichen Geräteserien auch unterschiedliche Prüfgeräte. Ebenso gab es natürlich entsprechende Prüf- und Abstimmvorschriften.
Das Funkprüfgerät a (FuPr a) war speziell für die Funkgeräte der Typen FuG 1, FuG 2, FuG 6 und FuG 6a hergestellt. In der Luftschutzhilfsdienst Dienstvorschrift 811 ( LSHD Dv. 811 ) des Bundesamtes für zivilen Bevölkerungsschutz vom Oktober 1964 wird der Umgang mit diesem Gerät ausführlich erläutert.

Hier ein Siemens-Prüfgerät für das Siemens FuG 5

Für die Geräte des Typs FuG 7 (Telefunken), FuG 7a (Telefunken) und FuG 8 (Lorenz) wurde das Funkprüfgerät b1 ( FuPr b1 ) von Lorenz hergestellt. In der Luftschutzhilfsdienst Dienstvorschrift 812 ( LSHD Dv. 812 ) des Bundesamtes für zivilen Bevölkerungsschutz vom Oktober 1962 wird der Umgang mit diesem Gerät ausführlich beschrieben.

Auch gab es von Telefunken ein Prüfgerät für die Geräte des Typs FuG 7, FuG 7a und D2-S (Telefunken FuG 5).







Für das SEL SEM 27 gab es das Prüfgerät PG 27-1 das auch bei dem SEL FuG 7b / FuG 9 genutzt werden konnte.

Hier die neuere Ausführung mit Beschriftung für das SEL FuG 7b / 9.

Hier der Stecker für die Prüfbuchse.

Hier ein Typenschild des PG 27-1

Das FuG 7b war bereits komplett mit Transistoren bestückt. Da diese Geräte nicht so störanfällig waren wie die vorher verwendete Röhrengeräte, gelangten die Prüfzusätze nicht mehr zu den Fernmeldeeinheiten. Prüfgeräte wurden lediglich bei den Fernmeldewerkstätten betrieben.

Im folgenden Bild die dazu gehörenden Kabel.

Das abgebildete Netzteil für 220 Volt stammt aus dem Jahre 1964 und wurde mit einem SEL SEM 27 ausgeliefert. Es lieferte 6 Amp bei 12 V und war für bis zu 3 Funkgeräte konzipiert. Es konnte jedoch nur jeweils ein Gerät senden, da die Leistung für zwei gleichzeitig sendende Geräte nicht reichte.


Von der Firma ABEG in Eglharting wurde für den regionalen Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen ein Tragekoffer für Bosch FuG 8b-1 beschafft. In diesen Koffer paßten auch die Geräte von Teletron, SEL und Telefunken. Der Bund schloß sich mit einem Auftrag für weitere 8000 Koffer an. Aus diesem Grunde weist die Grundplatte des Koffers auch eine Prägung „KS LAND NRW – 582-12-187-6263 – C 1142“ aus. Die Bundesgeräte erhielten auf dem Typenschild dann einen Stempelaufdruck der Beschaffungsstelle des Bundesinnenministeriums. Der Tragekoffer verfügte über ein 240-V Netzteil, einen 12-/24-V Gleichstromanschluß sowie einen Akku, so das mit diesem Koffergerät praktisch überall unabhängig gearbeitet werden konnte. Leider erwies sich die Akkuleistung, die für etwa zwei Stunden ausreichte, als zu gering. Trotz robustem äußeren Aufbau war das verbaute 240-V Netzteil sehr empfindlich. Die von der Konzeption her sinnvollen Koffer haben daher in der Praxis leider die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt.
Die Betriebsanweisung für den Koffer finden Sie hier.


Hier die Seite mit dem Netzteil. Unterhalb des Netzteiles befand sich der Akku.

Hier die Seite für das Funkgerät FuG 8b-1.



Das SRA 213 gab es offensichtlich in
unterschiedlichen Ausführungen.
Es handelt sich vermutlich um einen Selektivrufauswerter
für das FuG 7b, der von der Firma Lohrmann in Garbsen hergestellt wurde. Leider hat die Firma Lohrmann
keinerlei Unterlagen für das vor 1980 hergestellte Gerät.
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