Obwohl der BOS-Funkverkehr von Außenstehenden nicht abgehört werden darf, so ist dies technisch doch sehr einfach möglich.
Da einige Dienststellen von Polizei etc. dies gar nicht lustig fanden, sind bereits recht früh Verfahren entwickelt worden, um dies zu unterbinden.
Das wohl älteste Verfahren ist der sog. Tarnschieber. Hier wird bestimmten Begriffen ein anderer Name oder eine Ziffer zugewiesen. Diese Tarnschieber sind auch heute noch häufig im Einsatz.
Um jedoch auch das Mithören dieser Informationen zu unterbinden, wurden technische Verfahren entwickelt. Informationen zu Verschleierungs- und Verschlüsselungsverfahren sind grundsätzlich als VS-nfD eingestuft. Daher sind öffentlich zugängige Informationen hierüber nicht erhältlich.
Das am weitesten verbreite Verfahren ist die Sprachverwürfelung mittels Invertern (Scamblern). Bereits Anfang der 50er Jahre entwickelte Lorenz einen einfachen Sprachinverter, der das Abhören von Polizeifeststationen durch Unberufene erschwerte.
Hier die Abbildung des SI 2 und die dazu gehörende Kurzbeschreibung aus dem Jahre 1956

Hier der Sprachinverter SI 3 für das Lorenz SEM 7 - FuG 5 nebst Kurzbeschreibung aus dem Jahre 1956.

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde ein weiterentwickeltes Verfahren in größerem Umfang eingeführt. Diese Verfahren bietet allerdings nur einen geringen Schutz, da die dafür erforderlichen Bauteile frei verfügbar sind und das Verfahren als solches gut dokumentiert ist. Daher wurden daneben abhörsicherere Geräte entwickelt.
Hier ein Bild eines FuG 8b-1, bei dem anstelle der sonst üblichen Rauschsperre der im Bedienteil eingebaute Sprachverschleierungszusatz eingeschaltet wird.

Von Telefunken wurde 1975 für das FuG 7b das Sprachverschleierungsgerät SPV 1204 entwickelt. Von der Größe her war das Gerät selbst größer als das FuG 7b - fast doppelt so hoch wie das eigentliche Funkgerät. Hierzu war dann ein separates Bedienteil notwendig, an dem die Sprachverschleierung dann bei Bedarf eingeschaltet wurde. Solche Geräte wurden bis etwa 1980 in einem Versuchsbetrieb getestet. Aus dem Versuchsbetrieb heraus gelangten sie jedoch nie in den allgemeinen Betrieb. Ein solches Gerät ist Bestandteil der fernmeldetechnischen Lehrmittelsammlung der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Im folgenden Abbildungen des Gerätes.


Etwa 1980 wurde dann das Vericrypt Verfahren mit z.B. dem Vericrypt 1100 der Firma BBC eingeführt. In diesem Gerät wird die Sprache in Zeitsegmente von 30 ms Länge zerlegt, die im Sender gespeichert werden. Diese Zeitscheiben werden dann in einer anderen Reihenfolge auf dem Funkwege übertragen. Dieses Signal ist praktisch nicht mehr verständlich. Im Empfänger wird die ursprüngliche Reihenfolge wieder hergestellt. Dabei erfolgt lediglich eine Verzögerung von ca. 0.5 Sekunden. Um die Synchronisation von Sender und Empfänger sicherzustellen wird im Sprachband ein Synchronsignal mit übertragen. Dieses Synchronsignal besteht aus einem Datensignal von ca. 100 Baud in Tonfrequenzumtastung. Aufgrund der dahinter liegenden Verschlüsselungstechnik mit besonderen Schlüsseln gilt dieses Verfahren als relativ sicher. Der verwendete Schlüssel wurde regelmäßig (wöchentlich) geändert.
Hier ein BBC Vericrypt 1100, das mit dem FuG 7b oder auch den FuG 8b betrieben werden konnte. Hinter der verschließbaren Klappe befindet sich der Einschub für das Modul, das den Schlüssel enthielt. Ein solches Gerät ist Bestandteil der fernmeldetechnischen Lehrmittelsammlung der Bundespolizeiakademie in Lübeck.

Aufgrund des Kostenfaktors - die Geräte waren nicht gerade billig - sind sie nicht durchgängig eingeführt worden. Verschiedene Probleme sowohl technischer wie auch administrativer Art führten dazu, das die Verschlüsselung mittels den Vericryptgeräten Ende der 80er Jahre mehr oder weniger "einschlief". Als besonders aufwendig stellte sich die Verteilung des Kryptoschlüssel dar, die in jedem Gerät manuell geändert werden mußten. Aufgrund von Problemen bei der Nutzung dieses Verfahren in Gleichwellenfunknetzen aber auch weil die Schlüsseltiefe nicht mehr den mitlerweile gestiegenen Anforderungen entspricht werden die auch heute noch vorgehaltenen Geräte relativ wenig genutzt.
Hier eine Abbildung eines neueren BBC Vericrypt

Von Bosch gab es für das KF 802 FuG 8b ein fest mit dem Funkgerät zu verbindendes Zusatzteil, das die Bauteile des Verschlüsselungsgerätes beinhaltete. Bilder dieses Zusatzgerätes sind bei dem Bosch KF 802 FuG 8b zu finden.
Auf der Webseite http://www.funkempfang.de/funkempfang/3berichte/bosfunk/bosdigit.htm ist der Verschlüsselungszusatz FS95 von Bosch Telecom für das FuG 8b abgebildet und grob beschrieben.
Eine Kopie der Seite finden Sie hier auch auf meinem Server.