Stand: Mai 2009

SEL SEM 47



Die Abbildung zeigt ein Gerät in 4-m-BOS-Ausführung.

Bei diesem Gerät handelt es sich um ein Funkgerät, das es sowohl als 4-m wie auch 2-m-Variante gab. Ursprünglich wurde es für das alte 50 kHz-Raster der BOS gebaut und es konnte auf das 20 kHz-Raster umgerüstet werden. Das Gerät wurde später auch direkt mit 20 kHz-Raster gebaut. Die Serie erhielt 1964 unter der Prüfnummer E-513/64 die fernmeldetechnische Zulassung.

Das Gerät konnte sowohl in der Betriebsart Wechselsprechen wie auch bedingtes Gegensprechen betrieben werden. Das Gerät konnte nur im Unterband senden. Der untere Schalter in der Mitte des obigen Gerätes hat die Stellungen G oder W. Hiermit wurde der Empfang zwischen Wechselsprechen im Unterband und bedingtem Gegensprechen, eingeschränkt auf Senden im Unterband und Empfang im Oberband geschaltet.



In dem zentralen Rundschreiben des Generalsekretariates des Malteser-Hilfsdienstes vom 7. Juli 1965, Az. Ia-8-01-5,14, wird als Preis für das SEL SEM 47-850 BWG der Betrag von 4.400,00 DM genannt. Es handelt sich um ein 10-Kanalgerät und es wird ausdrücklich als Idealgerät für Krankenwagen bezeichnet. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich der Wechsel zum 20-kHz-Kanalraster ab und es wurde ausdrücklich erwähnt, das dieser Gerätetyp auf das neue Kanalraster umrüstbar ist.

Das Gerät wurde dann als SEM 47-820 GW bezeichnet und vertrieben.

Nach einer mir vorliegenden Aufstellung der Malteser in Münster waren Mitte 1976 noch mehrere SEM 47 Geräte im Einsatz.

Die folgenden Abbildungen zeigen eine 2-m-Betriebsfunkausführung, hergestellt im Jahre 1966, die nach dem Typenaufkleber für Wechselsprechen und das 20 kHz-Raster konstruiert ist. Deutlich ist zu sehen, das bei diesem Gerät der Umschalter G/W fehlt.

Leider liegen mir keinerlei weiteren Unterlagen oder Informationen zu den Geräten vor.

Die folgenden Bilder stammen von einem 2-m-Betriebsfunkgerät (lediglich ein Tonruf)










Hier eine weitere Betriebsfunkversion. Über die Funktion der zusätzlich angebrachten Elemente kann ich leider keine Angaben machen.

Gerrit Peters von der Feuerwehr Buxtehude hat die Steckerbelegung für den oben abgebildeten, 32-poligen Stecker anhand eines ausgemusterten Gerätes mal aufgezeichnet. Die Wiedergabe erfolgt ohne jegliche Gewährleistung!



Bis auf 2 Röhren (Treiber- und Endstufe des Senders) ist die Schaltung transistorisiert. Alle Bausteine wurden eingeschraubt und sind einzeln abzugleichen. Die Stromversorgung erfolgt durch 6, 12 oder 24 V.

Hier die technischen Daten der 4-Band Ausführung:

Frequenzbereich:

Sender 68 ... 78 MHz
Empfänger 68 ... 88 MHz

Kanäle:

10 maximal

Kanalabstand:

20 kHz

Sende/Empfangsabstand:

9.8 MHz beim Gegensprechen

Ausgangsleistung:

12 oder 6 W; durch Lötbrücke umschaltbar

Antennenimpedanz:

60 Ohm unsymmetrisch

Modulation:

Phasenmodulation, auf FM umschaltbar

Betriebsart:

bedingtes Gegensprechen und Wechselsprechen, umschaltbar

Quarze pro Kanal:

2

Empfindlichkeit:

0.5 µV @ 20 dB

Rauschsperre:

abschaltbar

Ruftöne:

1750 und 2135 Hz
Auf Wunsch auch 910, 1120, 1370 Hz lieferbar

Bestückung:

2 Röhren
41 Transistoren

Zusatzgeräte:

Selektivrufsatz SRS 47-45
NF- Leistungsverstärker LVB 12 T
Sprachinverter SI 5

Stromverbrauch bei 12V:

Senden 4.5 A
Empfang 1 A