Stand: 26. Juni 2009

FMS – Funkmeldesystem



Das Funkmeldesystem (FMS) wurde ab 1980 eingeführt, um den Funkverkehr zu vereinfachen und Routinemeldungen durch ein digital aufbereitetes Signal zu übertragen. Technische Details hierzu sind in der entsprechenden TR BOS enthalten.

Das Telegramm besteht aus 48 Bit, von denen die ersten 40 Bit gesichert werden. Die restlichen 8 Bit setzen sich zusammen aus 7 Bit Redundanz und einem freien Schlussbit, welches nicht mehr ausgewertet wir. Das Telegramm setzt sich wie folgt zusammen:

Block-Nr.

Bit-Nr.

Telegramm

1

1-4

BOS-Kennung (einstellig, hexadezimal)

2

5-8

Landeskennung (einstellig, hexadezimal)

3 - 4

9 - 16

Ortskennung (zweistellig, dezimal)

5-8

17 - 32

Fahrzeugkennung (vierstellig, dezimal)

9

33 - 36

Status (einstellig, hexadezimal)

10

37

Baustufenkennung


38

Richtungskennung


39 - 40

taktische Kurzinformation

11

41 - 47

Redundanz

12

48

Schlußbit



Die Möglichkeit, sogenannte taktische Kurzinformationen zu übertragen, wird in der Praxis lediglich häufiger von der polizeilichen BOS genutzt.



Belegung der Statustasten bei der nichtpolizeilichen BOS

0

Notruf (an die Leitstelle absetzen)

1

Einsatzbereit auf Funkempfang

2

Einsatzbereit auf der Wache

3

Auf dem Weg zur Einsatzstelle

4

Einsatzstelle erreicht

5

Sprechwunsch mit Leitstelle

6

Nicht Einsatzbereit (außer Dienst)

7

Mit Patient zum Transportziel (für Feuerwehr nicht belegt)

8

Mit Patienten Transportziel erreicht (für Feuerwehr nicht belegt)

9

Bestätigung (für Feuerwehr nicht belegt)

Von diesem Schema kann aufgrund lokaler Besonderheiten allerdings auch abgewichen werden.



Voraussetzung für die Nutzung von FMS ist, das entweder das Funkgerät selbst oder ein Zusatzteil – in der Regel der Hörer – entsprechende Funktionalitäten beinhaltet. In der Leitstelle wird eine entsprechende Auswertungstechnik benötigt.

Die Kennung innerhalb des FMS-Protokolles beinhaltet u.a. die Bezeichnung der Organisation, das Bundesland, die Stadt bzw. den Landkreis und das Fahrzeug.


Organisationskennung

1

Polizei

2

Bundespolizei

3

Bundeskriminalamt

4

Katastrophenschutz

5

Zoll

6

Feuerwehr

7

Technisches Hilfswerk

8

Arbeiter Samariter Bund

9

Deutsches Rotes Kreuz

A

Johanniter Unfallhilfe

B

Malteser Hilfsdienst

C

Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft

D

Rettungsdienste sonstige

E

Zivilschutz (Warndienst)

F

Fernwirktelegramme





Landeskennung

1

Deutschland

2

Baden-Württemberg

3

Bayern 1

4

Berlin

5

Bremen

6

Hamburg

7

Hessen

8

Niedersachsen

9

Nordhein-Westfalen

0

Sachsen

A

( 11 ) Rheinland-Pfalz

B

( 12 ) Schleswig-Holstein

C

( 13 ) Saarland

D

( 14 ) Bayern 2

E

( 15 ) 00-49 Mecklenburg-Vorpommern*

E

( 15 ) 50-99 Sachsen-Anhalt*

F

<( 16 ) 00-49 Brandenburg*

F

( 16 ) 50-99 Thüringen*

* Die Landeskennungen E und F gelten für zwei Bundesländer. Die Unterscheidung erfolgt hierbei durch die Ortskennung 00 bis 49 bzw. 50 bis 99.

Die Auflistung der Ortskennungen würde hier den Rahmen sprengen – sie ist aber an verschiedenen anderen Stellen im Internet abrufbar. Die Verteilung der Fahrzeugkennungen erfolgt häufig nach den örtlichen Besonderheiten und ohne deren Kenntnis ist vielfach für den nicht eingeweihten eine eindeutige Zuordnung der Kennung zu einem Fahrzeug nicht möglich.

Hier die Beschreibung von Bosch zu dem FMS-System

Hier ein separates FMS-Bedienteil für den Anschluß an das FuG 7b. Hierzu liegt mir die Benutzerinformation einer Landespolizeibehörde vor. Diese Geräte wurden von AEG-Telefunken, Bosch und auch Teletron/Ascom hergestellt.

Im nichtpolizeilichen BOS-Bereich setzten sich jedoch mehr Handapparate mit FMS-Funktionalität durch. Ein hierfür typisches Gerät ist der HA222 von Radiodata.

Die FMS-Funktionalität wurde dann später auch in die Bedienteile des FuG 8b integriert. Ein erster Bedienteil dieser Art war das BG222 von Radiodata für die Bosch FuG 8b.

Später kamen dann die Bedienteile MBG 228 und MBG 229 auf den Markt.

Speziell für Führungsfahrzeuge der Münchner Polizei gab es das FSK 1246 der Firma Reiner Mahnecke, Unterhaching. Es ermöglichte dem Führungsfahrzeug den aktuellen Überblick über die FMS-Statussituation der ihm untergeordneten Fahrzeuge.

Hier eine Abbildung der FMS-Anlage in der hessischen Polizeischule aus dem Jahre 1981.