Stand: 24.05.2011

Fernschreibtechnik





Für die Durchführung des Fernschreib(-funk-)verkehrs wurden im Laufe der Jahre die unterschiedlichen, dem jeweiligen Stand der Technik entsprechenden Geräte eingesetzt.

Über das drahtgebundene Fernschreibnetz waren die einzelnen Fernmeldezentralen der Stäbe beim HVB (Hauptverwaltungsbeamten - also bei den Kreisverwaltungen) bzw. die Polizeidienststellen mit der nächsthöheren Führungsebene (wie z.B. Regierungspräsidien) verbunden. Eine solche ältere Fernschreibeinheit einer FMZ-HVB gehört zu meiner Sammlung.

In den 70er-Jahren wurde z.B. von der Feuerwehr Düsseldorf Funkfernschreiben im 4-m Band betrieben. Hierzu die Entwicklungsgeschichte, die mir Herr Oberbrandrat i.R. Dipl.Ing. Heinz-Otto Geisel zur Verfügung stellte.

Darin wird auch das Telefunken Telestar 122 von 1976 erwähnt.

Die Polizei wickelte überwiegend über Kurzwelle den Fernschreibfunkverkehr ab. Hier die Innenansicht eines FuKW E aus dem Jahre 1979.

Hier eine Fernschreibfunkanlage, wie sie 1981 an der hessischen Polizeischule verwendet wurde.

Die Übertragungsrate betrug 50 Baud. 1979 wurden erfolgreiche Versuche angestellt, die Übertragungsrate auf 100 Baud zu erhöhen. Inwieweit dies dann generell umgesetzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Bericht zur Verdoppelung der Übertragungsgeschwindigkeit findet sich in der Zeitschrift Polizei-Technik-Verkehr von November 1979 und ist hier in Kopie hinterlegt.

Einer der verwendeten Gerätetypen war der Siemens Fernschreiber 1000. Hier ein Bild eines solchen Gerätes:

Der Fernschreibverkehr wurde verschlüsselt durchgeführt. Im folgenden ein Verschlüsselungsgerät für Fernschreiber von Lorenz. Dieses Gerät ist Bestandteil der fernmeldetechnischen Lehrmittelsammlung der Bundespolizeiakademie in Lübeck

Das geöffnete Gerät:

Der Deckel mit den Halterungen für die Lochstreifenrollen.


Für die Verschlüsselung des Fernschreibverkehrs wurden an ca. 1990 auch Geräte des Typs Elcrotel 4 eingesetzt. Sämtliche Informationen zu dem Gerät werden auch heute noch als Verschlusssache "VS-Vertraulich" eingestuft. Im folgenden zwei Bilder eines Elcrotel 4 sowie zwei Bilder des Codesteckers.


Bei der letzten Generation der Geräte wurde das Fernschreiben praktisch an einem PC geschrieben und mittels eines auf dem PC vorhandenen Programmes verschlüsselt und auf Lochstreifen geschrieben. Der Lochstreifen wurde dann über den Funkfernschreiber gesendet.

Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Lochstreifenleser- / Schreiber sowie einen für die Erfassung und Verschlüsselung genutzten Industrie-PC. Da das Verschlüsselungsprogramm der Geheimhaltung unterliegt, wurde die komplette Festplatte physikalisch zerstört, so das leider auch keine unverschlüsselten Fernschreiben mit dem Gerät mehr erstellt werden können.